Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern

Und wer fragt mich? - Notwendigkeiten für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Hilfen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern

Kontakt: Birgit Averbeck, averbeck@dgsf.org

Die DGSF engagiert sich seit 2017 für einen Ausbau der systemübergreifenden Hilfen für Familien mit psychisch kranken und suchtkranken Eltern und setzt sich für eine Umsetzung der Empfehlungen einer interministeriellen Bundesarbeitsgruppe aus Fachverbänden, Wissenschaft und Politik aus 2019 ein. Informationen dazu finden Sie unter www.ag-kpke.de. Insbesondere geht es um mehrere zentrale Forderungen, die aus den Empfehlungen resultieren.  

Einige Empfehlungen wurden bei der Novellierung des SGB VIII berücksichtigt. Wichtige rechtliche Grundlagen im Gesundheitswesen und nächste Umsetzungsschritte fehlen jedoch, so dass bis heute am individuellen Bedarf orientierte, sozialgesetzbuchübergreifende, familienorientierte Hilfen weder strukturell verortet noch regelfinanziert sind und somit bei den Betroffenen auch nicht ankommen!

Neben der andauernden Pandemie verschärfen die Folgen des Ukraine-Krieges mit den massiv steigenden Lebenskosten die Situation der betroffenen Familien stark, was psychische Schwierigkeiten und Erkrankungen bei Eltern und Kindern verschlimmern bzw. erhöhen kann.

Die DGSF arbeitet in einem SGB-übergreifenden Netzwerk aus Fachverbände und Organisationen mit und setzt sich dafür ein, jetzt zeitnah die notwendige Unterstützung der Kinder von psychisch, sucht- oder chronisch kranken Eltern in der Praxis und fachpolitisch zu realisieren.

Online-Fachtagung im Mai 2024

Postkartenaktion zur politischen Aktivierung

Gestaltung der Postkarte: DGSF-Mitglied Franziska Brauner (www.lebe-leipzig.de)

Mit den Postkarten, die u.a. auch an Abgeordneten der zuständigen Ausschüsse auf Bundesebene gesandt werden, soll auf die dringende Notwendigkeit politischen Handelns für die betroffenen Kinder und ihre Familien hingewiesen werden. Die Postkarten können per Mail ab Mitte Januar angefordert werden unter averbeck@dgsf.org. 

14. Dezember 2022

Gemeinsame Ausschusssitzung des Familienausschuss und Gesundheitsausschuss zum Thema Hilfen für Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern

Die DGSF war mit Filip Caby und Birgit Averbeck als Sachverständige im Deutschen Bundesrat eingeladen. Es ging um die Finanzierung von Mehrpersonensettings im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich im Gesundheitswesen, die Finanzierung von komplexen familienorientierten Leistungen aus Jugendhilfe und Gesundheitswesen und weiterer Gesetzbücher, die Qualifizierung von Lotsenteams für Familien, die verbindliche Finanzierung von Kooperationszeiten und die Schnittstelle zum Kinderschutz.

Das Protokoll wird in Kürze eingestellt.

Fachtagung Mai 2022

Ziel einer verbändeübergreifenden Fachtagung in Kooperation der DGSF mit dem Bundeserziehungshilfeverband AFET, der DGPPN sowie Schatten und Licht e. V. am 03./04. Mai 2022 war, weitere Umsetzungsschritte der Empfehlungen der Arbeitsgruppe Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern (www.ag-kpke.de ) von 2019 in Kooperation und Dialog von Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe, Wissenschaft, Politik und Betroffenen-Organisationen anzuregen.

Kinder aus Familien mit psychischen Erkrankungen und ihre Eltern brauchen bundesweit einerseits Zugang zu präventiven, niederschwelligen Unterstützungsangeboten zur Entlastung und Stärkung von Resilienz und andererseits konkrete einzelfallbezogene, kombinierte Hilfen, die in einem gemeinsamen Hilfeprozess geplant und komplex finanziert werden. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Expert*innen aus den verschiedenen Sozialsystemen, der Politik, den Kostenträgern und betroffene Familien miteinander ins Gespräch gebracht. Die Veranstaltung endete mit einem Plädoyer der Politik an die Fachverbände: „Rütteln Sie uns wach, bleiben Sie dran und werden Sie laut“ – das ist ein Auftrag, den wir gerne annehmen!

Hinweis: Die Veranstaltung wurde durch das DGSF-Mitglied Franziska Brauner (www.lebe-leipzig.de) grafisch festgehalten. Aus dem Abschlussstatement wird eine von ihr gestaltete Postkarte mit einem politischen Statement und einer Ankündigung der nächsten Fachtagung zum Thema 2024 gedruckt.

Zu den Tagungsmaterialien

Stand: Mai 2022

Meldung vom 12. Mai 2022: Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern verbessern – Fachtagung

Gemeinsam mit dem Bundeserziehungshilfeverband AFET, der DGPPN sowie Schatten und Licht e. V. veranstaltete die DGSF Anfang Mai 2022 die zweitägige fachpolitische Online-Tagung „Und wer fragt mich? Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern verbessern“. 

Zur Dokumentation der Fachtagung

Stand: April 2022

Vierte Folge des Podcasts "Und wer fragt mich?" online

Die vierte und letzte Folge des Podcasts "Und wer fragt mich? Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern und ihre Familien verbessern" ist jetzt online. In dieser Folge geht es um Sichtweisen aus Politik, Wissenschaft und gesetzlicher Krankenkasse. Mehr ...

Stand: Januar 2022

Dritte Folge des Podcasts "Und wer fragt mich?" online

Die dritte Folge des Podcasts "Und wer fragt mich? Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern und ihre Familien verbessern" ist seit Ende Januar online. Zu Gast sind Rene Seiser, Thomas Biegmann und Lorenz Bahr - das Gespräch wird moderiert von der DGSF-Vorsitzenden Anke Lingnau-Carduck. Mehr ...
Direkt zum Podcast

Stand: Dezember 2021

Podcast „Und wer fragt mich?, Folge 2

Die zweite Folge des Podcasts "Und wer fragt mich?" ist online. Den Initiatoren (AFET e. V., DGPPN und DGSF) geht es darum, Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern und deren Familien zu verbessern. Thema der Folge 2: Sichtweisen aus Erwachsenen- und Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie.
Direkt zum Podcast

Stand: November 2021

10 Fachverbände schließen sich einem Impulspapier der DGSF an, in dem die künftige Bundesregierung auf einen weiterhin dringenden fachlichen und bundesrechtlichen Handlungsbedarf für Familien mit psychisch- und suchterkrankten Eltern in der neuen Legislaturperiode hingewiesen wird. Individuelle, familienorientierte komplexe Hilfen aus dem Gesundheitswesen, der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe müssen endlich strukturell verortet werden, damit sie auch bei den Betroffenen ankommen!

Die durch die Pandemie bedingte Isolation vieler Familien, verbunden mit gesundheitlichen und finanziellen Bedrohungen, hat die Situation der betroffenen Kinder und Jugendlichen nochmals deutlich verschärft. Eine von der alten Bundesregierung eingesetzte Arbeitsgruppe hat rechtliche und fachliche Empfehlungen zur Verbesserung der Situation der betroffenen Kinder und ihrer Familien erarbeitet, es fehlen aber immer noch für die Umsetzung wesentliche Grundlagen. Damit die betroffenen Kinder eine Chance auf eine gute Entwicklung haben, muss das Thema von Seiten der neuen Bundesregierung in eine Koalitionsvereinbarung aufgenommen und Lösungen für die offenen Umsetzungsprobleme gefunden werden.

Stand: Oktober 2021

Nova Meierhenrich übernimmt Schirmherrinnenschaft: Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern

Nova Meierhenrich übernimmt Schirmherrinnenschaft über Fachtagung und Podcast: Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern.
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Versorgung von Kindern psychisch erkrankter Eltern muss in die Koalitionsvereinbarungen!

11 Fachverbände weisen in einem Impulspapier die neue Bundesregierung auf einen weiterhin dringenden fachlichen und bundesrechtlichen Handlungsbedarf für Familien mit psychisch- und suchterkrankten Eltern in der neuen Legislaturperiode hin. Individuelle, familienorientierte komplexe Hilfen aus dem Gesundheitswesen, der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe müssen endlich strukturell verortet werden, damit sie auch bei den Betroffenen ankommen!
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Podcast: Kinder psychisch kranker Eltern

Anlässlich der Aktionswoche der seelischen Gesundheit startet der Podcast „Und wer fragt mich? Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern und deren Familien verbessern“. Der Podcast ist von den Fachverbänden AEFT, DGPPN und DGSF entwickelt worden. In der ersten Folge "Mama weint" berichten eine betroffene Mutter und ihr 13-jähriger Sohn über ihre persönlichen Erfahrungen.
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Stand: Juni 2020

Netzwerk Kontext Familienpsychiatrie, Jugend- und Familienhilfe

Auch wenn es in den Ohren einer Systemiker*in wie Eulen nach Athen tragen klingt, betrifft eine psychische Erkrankung nicht nur den Patienten selbst, sondern auch dessen familiären Kontext. Das trifft besonders auf Kinder psychisch kranker Eltern zu: sie sind schwer belastet und haben ein hohes Risiko, selbst zu erkranken. Diese Familien sind häufig über Jahre mit verschiedenen Helfern aus Gesundheitswesen, Jugendhilfe und anderen Institutionen konfrontiert, die nebeneinander und nicht in einer abgestimmten Verantwortungsgemeinschaft handeln. Eine gute Kooperation zwischen der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen und die Auflösung der Versäulung der Grenzen der Sozialgesetzbücher bei gleichzeitiger Achtung der systemimmanenten Expertise und Autonomie  können ein guter Anfang sein für wirksame systemübergreifende Hilfen!  
Innerhalb der DGSF hat sich das Netzwerk „Kontext Familienpsychiatrie, Jugend- und Familienhilfe“ gebildet, welches mit einer Struktur quer bzw. vernetzend zu den Fach- und Regionalgruppen, Gremien und den „DGSF-Empfohlenen Einrichtungen“ das Thema verfolgt. Ca. 40 Interessierte haben sich bisher als Mitwirkende des DGSF-Netzwerkes zusammengefunden und sind dabei, aktuelle Themen aufzugreifen, Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen und ein Netzwerkprofil zu entwickeln. Um Strahlkraft des Themas auf der Bundesebene zu erlangen ist geplant, das Netzwerk über die DGSF hinaus mit verschiedenen Verbänden und Fachgruppierungen aller SGB-Säulen (z.B. Erziehungshilfeverbände, öffentliche Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Sozialhilfe) sowie mit Betroffenengruppen zu vernetzen. Bereits jetzt engagieren sich auch Mitglieder des Schwesterverbandes der DGSF, der Systemischen Gesellschaft, des Fachreferats „Frauen- und Männergesundheit und Familienpsychiatrie und -psychotherapie“ der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V.), der Interessengruppe „Familienpsychologie“ der DGPs (Deutsche Gesellschaft für Psychologie) und der Marcé-Gesellschaft für Peripartale Psychische Erkrankungen e.V..
Sie sind sowohl als Verband als auch als Einzelperson herzlich eingeladen, sich an der Umsetzung dieser Ziele zu beteiligen. Melden Sie sich gerne mit Anregungen, Fragen und Ihrer Bereitschaft, gemeinsam mit uns zu denken und das Netzwerk fachlich weiterzuentwickeln unter: netzwerk-familienkontext|at|dgsf.org.

Stand: Mai 2019

Broschüre "Leuchtturmprojekte: Unterstützung für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil"

Der Dachverband Gemeindepsychiatrie stellt mit einer neuen Broschüre Leuchtturmangebote von Hilfen für Familien vor, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist.

Entstanden ist die Veröffentlichung mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). In der Broschüre werden Aktivitäten gemeindepsychiatrischer Träger sowie eines psychiatrischen Krankenhauses vorgestellt, die seit vielen Jahren am Aufbau von konkreten Hilfen für diese Familien arbeiten. Sie haben interdisziplinäre Netzwerke geknüpft, um funktionsfähige, lebensweltorientierte und der Krankheitsbewältigung dienende Hilfen zu schaffen. Dabei spielen die Arbeit in multiprofessionellen Teams sowie der Aufbau einer verbindlichen Netzwerkstruktur für das gesamte Familiensystem eine wichtige Rolle. Gemeindepsychiatrische Träger, die im Dachverband Gemeindepsychiatrie organisiert sind, bieten meist Hilfen basierend auf unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern an. Damit haben sie die Möglichkeiten, bei komplexen Bedarfen Unterstützung aus einer Hand anzubieten.

Die im vorangegangenen BMG-Förderprojekt in den Jahren 2017 und 2018 gesammelten Erfahrungen werden mit dieser Veröffentlichung einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht und unterstützen gemeindepsychiatrische und vielleicht auch andere Träger beim Aufbau lebensweltorientierter Komplexleistungen.

Hier können Sie die Broschüre "Leuchtturmprojekte" als PDF  runterladen: https://www.dvgp.org/themen-engagement/kinder-psychisch-erkrankter-eltern/leuchtturmprojekte.html

Aus dem Jahr 2018

Bundesarbeitsgruppe beim Dt. Bundestag zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern

Das Thema Kinder psychisch kranker Eltern ist auch in der DGSF ein Schnittstellenthema zwischen den Systemen Jugendhilfe und Gesundheitswesen. Die Fachreferentin Birgit Averbeck hat sich in der Vergangenheit bereits in den Jahren 2008 bis 2015 mit dafür eingesetzt, das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu machen und war an einer Expertenrunde des Bundesverbandes für Erziehungshilfen (AFET) beteiligt, welche die Situation der betroffenen Kinder und ihrer Familien in den Fokus genommen hat. Veranlasst durch diese Expertenrunde haben verschiedene Institutionen und Organisationen einen Antrag beim Dt. Bundestag gestellt, eine Sachverständigenkommission auf Bundesebene einzurichten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für präventive Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern zu schaffen. Die Politik hat das Thema aufgegriffen. Im Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag über den interfraktionellen Antrag der CDU/CSU, SPD und des Bündnisses 90/DIE GRÜNEN „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern"(DS 18/12780) beraten und ihn einstimmig beschlossen. Weitere Informationen zu dem Antrag entnehmen Sie dem Newsletter des federführenden Erziehungshilfe-Fachverbandes AFET.

Die zeitlich befristete interdisziplinäre Bundes AG unter Beteiligung der zuständigen Ministerien (BMFSFJ, BMAS, BMG), relevanter Fachverbände und Organisationen sowie weiterer Sachverständiger soll 2018 ihre Arbeit aufnehmen. Zurzeit sucht der AFET eine wissenschaftliche MitarbeiterIn für die Begleitung und Umsetzung des Projekts „Organisation und Geschäftsführung der „Bundes AG - Kinder psychisch kranker Eltern. Es wäre aus Sicht der DGSF wünschenswert, wenn ein/e Systemiker*in die Geschäftsführung übernehmen würde.  Die Stellenausschreibung finden Sie in der DGSF-Stellenbörse.

Die DGSF wird sich an dem Prozess beteiligen und ist von Seiten des Bundesverbandes für Erziehungshilfen dem Bundestag als einer der Fachverbände vorgeschlagen worden. Mitglieder, die perspektivisch an einer konkreten Mitarbeit zu dem Thema interessiert sind, melden sich bitte per Mail unter averbeck|at|dgsf.org.