Systemische Suchttherapie

Systemische Suchttherapie eröffnet neue Wege in der Suchthilfe, indem sie Abhängigkeitserkrankungen konsequent im sozialen und familiären Zusammenhang betrachtet.

Mit der sozialrechtlichen Anerkennung der Systemischen Therapie als Richtlinienverfahren eröffnen sich neue Wege – auch in der Suchthilfe. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) erkennt die Systemische Therapie als Basisverfahren für die Weiterbildung zur Suchttherapeut*in an. Damit wird die systemische Perspektive auch in einem hochrelevanten klinischen und psychosozialen Bereich sichtbar und wirksam.

Warum Systemische Suchttherapie?

Sucht ist nicht nur ein individuelles Problem – sie ist eingebettet in komplexe soziale, familiäre und gesellschaftliche Zusammenhänge. Systemische Ansätze bieten genau dafür den passenden Rahmen: Sie beziehen das gesamte soziale Umfeld in Diagnostik und Therapie mit ein und setzen auf kontextbezogene, ressourcenorientierte Zugänge.

Die Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut*in

Die DRV erkennt das DGSF-Zertifikat zur systemischen Therapie als zentralen Baustein für die Weiterbildung an. Damit qualifizieren sich systemische Therapeut*innen für eigenständige suchttherapeutische Tätigkeiten – insbesondere in der medizinischen Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankungen.

Ergänzende praktische Qualifikation

Zusätzlich zum Zertifikat ist eine praktische Tätigkeit als Co-Therapeut*in erforderlich:

  • 6 Monate Vollzeit oder
  • bis zu 12 Monate bei Teilzeit (mind. 50 % Arbeitszeit)
  • in einer von der DRV oder gesetzlichen Krankenversicherung anerkannten Einrichtung (ambulant oder stationär)

Diese Praxisstelle muss individuell durch die DRV geprüft und genehmigt werden.

Zugangsvoraussetzungen

Teilnehmen können:

  • Diplomierte Sozialarbeiter*innen bzw. Sozialpädagog*innen
  • Absolvent*innen des B. A. Soziale Arbeit mit staatlicher Anerkennung
  • Diplom-Psycholog*innen oder M.Sc. Psycholog*innen mit Berechtigung zur Ausbildung zum/zur psychologischen Psychotherapeut*in
  • Approbierte Ärzt*innen im Feld der Psychotherapie und Psychiatrie

Ein Berufsfeld mit Zukunft

Mit dieser Anerkennung wird ein weiteres Berufsfeld für Systemiker*innen geöffnet. Die Nachfrage nach suchttherapeutisch qualifiziertem Fachpersonal in ambulanten und stationären Reha-Einrichtungen ist hoch – insbesondere bei einem ganzheitlich-systemischen Blick auf Sucht.

Weitere Informationen

Das ausführliche Infoblatt zur Weiterbildung zur / zum Suchttherapeut*in finden Sie hier.

Kontakt zum Fachbereich

Sanata Nacro, DGSF-Fachreferent*in Gesundheit und Psychotherapie
E-Mail: sanata.nacro@dgsf.org