Exkursion der Nationalen Armutskonferenz (NAK) mit Beteiligung der DGSF-Fachgruppe Armut und System

Wie gestaltet sich Stadtteilarbeit unter Bedingungen von Armut, Ausgrenzung und sozialen Herausforderungen? Bei einer Exkursion der Nationalen Armutskonferenz (NAK) nach Essen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Lebenslagen vor Ort und in die vielfältigen Ansätze der Stadtteilarbeit. Auch die DGSF-Fachgruppe Armut und System war, vertreten durch Lars Wiebke, beteiligt.

Vom 01.07. bis zum 03.07.2026 fand die Klausurtagung der AG Grundsicherung der Nationalen Armutskonferenz (NAK) als Exkursion in Essen‑Altendorf und in der Essener Nord‑City statt. Die NAK ist ein Zusammenschluss von Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften, Fachverbänden und Initiativen der Selbstvertretung von Armut betroffenen Menschen auf Bundesebene. Die DGSF ist Mitglied der NAK und Lars Wiebke (stellv. Sprecher der Fachgruppe Armut und System) hat als Delegierter der DGSF die Tagung 1 ½ Tage begleitet.

Essen‑Altendorf sowie die Essener Nord‑City sind zwei Essener Stadtteile, die besondere Herausforderungen städtischer und gesellschaftlicher Entwicklungen haben (hoher Anteil migrantischer Bevölkerung, hoher Anteil von Armut betroffener Bürger*innen, Drogenproblematik, Kriminalität, problematische Wohnverhältnisse, wilde Müllablagerungen, Verschmutzung). Andererseits wird in diesen Stadtteilen – eine leider viel zu wenig beachtete – Stadtteilarbeit geleistet.

Auf Einladung von Manfred Herrmann (ehrenamtlich bestellter Delegierter vom Deutschen Caritasverband bei der NAK und in Essen lebend) und organisiert in Zusammenarbeit mit der NAK / Diakonie Deutschland, sowie Diakonie und Caritas Essen und der Stadt Essen / Stadtteiltreff, konnte sich die Delegation über die vielfältige geleistete Stadtteilarbeit in einer typischen Industrieregion informieren.

Besucht wurden u. a. die Essener Tafel, der Mädchen‑Treff „Perle“ und der Stadtteil Altendorf. Zudem gab es eine Stadtteilführung mit einem Quartiershausmeister und Streetworkern vom Diakoniewerk Essen. Neben vielen sehr eindrücklichen Beobachtungen war es spannend zu erleben, mit welch unterschiedlichen Haltungen sich die Akteure in ihrem Arbeitsfeld bewegen. Gemeinsam hatten sie alle eine sehr wertschätzende und respektvolle Einstellung, mit der sie den armutsbetroffenen Menschen auf Augenhöhe begegnen.

Hervorzuheben ist sicherlich auch die Arbeit der Streetworker (Caritas Essen), die sich im Rahmen ihres Auftrags, „Kinder und Jugendliche zu erreichen und zu stärken / zu schützen“, in Gesprächen mit Drogendealern auseinandersetzen müssen und sich in einem äußerst schwierigen, zum Teil gewalttätigen Umfeld bewegen. WDR‑Fernsehen, die WAZ und Diakonie RWL haben berichtet.

Die DGSF-Fachgruppe Armut und System lädt alle Interessierten zur Mitarbeit ein! Schreiben Sie eine Mail an fachgruppe-armut@dgsf.org.

Text: Lars Wiebke, stellv. Sprecher der Fachgruppe Armut und System