Weniger Geld für Psychotherapie, trotz steigender Nachfrage

Trotz steigender Nachfrage sinken die Vergütungen für zentrale Gesprächsleistungen in der ambulanten Psychotherapie. Die DGSF warnt in ihrer aktuellen Stellungnahme vor Risiken für Patient*innen, Familien und die Stabilität des gesamten Versorgungssystems.

Der Bewertungsausschuss hat beschlossen, die Vergütung zentraler Gesprächsleistungen in der ambulanten Psychotherapie ab April 2026 um 4,5 % zu senken.

Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF e. V.) sieht darin ein problematisches Signal für die Versorgung psychisch belasteter Menschen. Während Patient*innen vielerorts bereits monatelang auf Therapieplätze warten, wird eine der zentralen Leistungen der psychosozialen Versorgung abgewertet. Dabei geht es nicht nur um Honorare einzelner Berufsgruppen – sondern um die Stabilität der gesamten Versorgungsstruktur. Psychotherapie stabilisiert Familien und soziale Netzwerke, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und reduziert langfristige soziale Folgekosten.

Eine Schwächung der ambulanten Versorgung trifft besonders diejenigen, die ohnehin höhere Hürden beim Zugang zu Hilfe haben. Psychische Gesundheit ist keine Randfrage, sondern eine wichtige Grundlage für gesellschaftliches Zusammenleben.

Die DGSF fordert in ihrer aktuellen Stellungnahme deshalb, die Entscheidung zu überdenken und psychotherapeutische Versorgung stärker als Grundpfeiler einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung zu behandeln.

Zur Stellungnahme vom 16. März 2026

(sn, js)