Ausrichtung und Angebote des Fachbereichs Gesundheit und Psychotherapie
Der Fachbereich Gesundheit und Psychotherapie der DGSF entwickelt und stärkt systemische Ansätze in Gesundheitsförderung, Prävention und (Psycho-)Therapie.
Der Fachbereich Gesundheit und Psychotherapie der DGSF widmet sich der Weiterentwicklung und fachlichen Profilierung systemischer Ansätze in der Gesundheitsförderung, Prävention und (Psycho-)Therapie. Ziel ist es, systemische Perspektiven in gesundheitspolitischen Diskursen zu stärken und interprofessionelle Zusammenarbeit zu fördern. Im Zentrum unserer Aktivitäten stehen neben der Beratung von Mitgliedern und der Förderung systemischer Qualität im Gesundheitswesen, auch die Förderung intersektionaler Perspektiven in Gesundheit und Therapie sowie die Zusammenarbeit in unterschiedlichen Netzwerken.
Ein besonderes Anliegen des Fachbereichs ist es, die Vielfalt systemischer Praxis im Gesundheits- und Sozialwesen sichtbar zu machen. Systemische Berater*innen und Therapeut*innen sind mit entsprechender systemischer Weiterbildung in zahlreichen Arbeitsfeldern tätig: von der Prävention über die Gesundheitsförderung bis hin zur stationären und ambulanten Krankenversorgung sowie der Rehabilitation. Auch Mediziner*innen mit Approbation in allen psychotherapeutischen Fachgebieten und mit entsprechender Zusatzweiterbildung leisten einen wertvollen Beitrag in klinischen, teilstationären und ambulanten Settings. Diese Vielfalt stärkt die interprofessionelle Qualität und Wirkung systemischer Ansätze im Gesundheitssystem.
Die inhaltliche Arbeit des Fachbereichs Gesundheit und Psychotherapie folgt den Grundsätzen der Satzung der DGSF, insbesondere dem Selbstverständnis als Fachgesellschaft, die sich für eine multiperspektivische, wissenschaftlich fundierte und ethisch reflektierte Weiterentwicklung systemischer Praxis einsetzt.
Historie und Fachpolitik
Die Entstehung des Fachbereichs Gesundheit und Psychotherapie geht auf ein langjähriges Engagement innerhalb der DGSF zurück. Bereits in der Vergangenheit haben Mitglieder des Fachbereichs maßgeblich zur Etablierung systemischer Perspektiven in Therapie und Medizin beigetragen.
Besonders hervorzuheben ist die zentrale Rolle des Fachbereichs bei der erfolgreichen Anerkennung der Systemischen Therapie als wissenschaftlich anerkanntes und inzwischen als Richtlinienverfahren zugelassenes Psychotherapieverfahren. Seit 2008 ist die Systemische Therapie wissenschaftlich anerkannt. Seither gibt es die Möglichkeit, die Approbationsausbildung in Psychotherapie sowie in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie zu absolvieren. Seit 2018 ist die Systemische Therapie für Erwachsene als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung abrechenbar und damit sozialrechtlich anerkannt. Am 18. Januar 2024 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dass die Systemische Therapie auch für Kinder und Jugendliche als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung anerkannt wird. Seit 2024 ist die Systemische Therapie nun sozialrechtlich auch für Kinder und Jugendliche als Kassenleistung verfügbar.
Darüber hinaus war der Fachbereich wesentlich daran beteiligt, neue berufliche Möglichkeiten für systemisch weitergebildete Therapeut*innen zu erschließen – etwa im Bereich der Suchttherapie. Ergänzend dazu engagierte sich der Fachbereich in gesundheits- und sozialpolitischen Stellungnahmen, der Förderung systemischer Weiterbildungen sowie der Vernetzung mit anderen Berufs- und Fachverbänden.
Angebote des Fachbereichs Gesundheit und Psychotherapie für DGSF-Mitglieder
Der Fachbereich Gesundheit und Psychotherapie bietet Mitgliedern der DGSF eine breite Palette an fachlichen, berufspolitischen und vernetzenden Unterstützungsangeboten. Ziel ist es, systemisch arbeitende Fachkräfte in ihrer professionellen Entwicklung zu stärken, die Sichtbarkeit systemischer Perspektiven im Gesundheitswesen zu erhöhen und den Austausch innerhalb der DGSF-Community zu fördern.
- Beratung
Mitglieder erhalten schriftliche oder telefonische Beratung zu Fragen der Weiterbildung als systemische Therapeut*innen, beruflichen Anerkennung sowie zu spezifischen Themen wie z.B. zur Suchttherapie. - Fachliche Vernetzung
Aufbau und Pflege von Netzwerken mit systemisch arbeitenden Fachkräften, Fachgruppen und Initiativen (z. B. systemische Perspektiven in der Gesundheitsförderung und Prävention oder intersektionale Perspektiven in der systemischen Arbeit). Mitglieder können sich aktiv beteiligen, Bedarfe formulieren und einbringen. - Veranstaltungen und Austauschformate
Organisation von Fach- und Bildungsformaten, um Mitgliedern die Gelegenheit zum fachlichen Austausch, zur Positionierung und zur Entwicklung gemeinsamer Strategien zu ermöglichen. - Intersektionale Strukturentwicklung
Beteiligungsmöglichkeiten an strukturellen Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Verband, z. B. durch rassismuskritische Austauschräume für BIPoC-Systemiker*innen, dem Dritten Raum und dem Raum für Kritisches Weißsein innerhalb der Tupokademie. - Information und Kommunikation
Der Fachbereich bereitet aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen auf und gibt praxisnahe Informationen über Newsletter, Fachartikel, Social Media sowie die DGSF-Website weiter. - Mitarbeit in Leitlinienprozessen
Der Fachbereich informiert über aktuelle AWMF-Leitlinienverfahren und koordiniert die Vermittlung systemischer Expert*innen zur aktiven Mitwirkung – ein Beitrag zur Sichtbarkeit und Etablierung systemischer Positionen in der Regelversorgung.
Kontakt zum Fachbereich
Sanata Nacro, DGSF-Fachreferent*in Gesundheit und Psychotherapie
E-Mail: sanata.nacro@dgsf.org
